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| Papierlogistik |
| Aus Holz wird Zeitung |
| Täglich werden in Europa hunderte Druckereien mit Papier aus ganz Europa beliefert. Dabei legen tonnenschwere Papierrollen mehrere tausend Kilometer zurück. Für den Transport ist unter anderem die Schenker-Tochter Hangartner im Einsatz. Sie liefert vor allem Papier von Finnland per Lkw, Schiff und Zug nach Italien. |
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| 60 Lkw-Ladungen kommen täglich in der Mühle des Papierhersteller Stora Enso in Varkaus in Finnland an. Mit 40.000 Mitarbeitern weltweit und einem jährlichen Umsatz von 14 Milliarden Euro gehört das Unternehmen zu den internationalen Spitzenproduzenten. 13 Millionen Tonnen Papier produziert der Konzern jährlich. |
| 300 Kilometer südlich von Varkaus, in Helsinki, sitzt Hangartner, der Logistiker für Stora Ensos Papiertransporte. Seine Mitarbeiter organisieren den Export des Papiers nach Italien, Deutschland, in die Schweiz und nach Österreich. 1989 wurde das Unternehmen gegründet. Es zählt heute über 1.000 Kunden und transportiert 200 Lkw-Ladungen wöchentlich. |
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| Die Ware wird mit Lkw, Zug und Schiff transportiert. Das Besondere bei diesem so genannten Kombinierten Verkehr ist, dass die Ware immer in der selben Ladeeinheit (Trailer) bleibt und nicht umgeladen wird. |
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| Bei Stora Enso läuft die Produktion auf vollen Touren; im Dreischichtbetrieb wird rund um die Uhr Papier hergestellt. Zunächst entrinden Maschinen die Bäume. Häcksler zerkleinern das Holz. Über ein komplexes Rohrsystem werden sie in die thermo-mechanische Stoffmaschine gespült. Die kleinen Stücke werden unter hohem Druck bei 180 Grad Hitze zwischen Eisenplatten zerrieben. Dabei lösen sich die Fasern aus dem Holz. Aus ihnen wird später Papier. Heißes Wasser spült das Harz heraus. |
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| Die Fasern sind knapp einen Zentimeter lang. In einer speziellen Maschine werden sie mit 99 Prozent Wasser in dünnen, filzigen Schichten auf ein Sieb gegeben. Dort verbinden sie sich langsam zu einer "Papierbahn". Pumpen und Rollen pressen das Wasser heraus, und in einer Hitzekammer wird bei 100 Grad der Wasseranteil am Ende auf acht Prozent reduziert. Pro Minute produziert Stora Enso 1.300 Meter Papier. Dank der langen Fasern ist es deutlich reißfester als Altpapier; auch die Druckqualität ist höher. |
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| Die Lkw aus Helsinki sind eingetroffen. Die Fahrer treffen erste Vorsichtsmaßnahmen, denn schon ein Stein auf dem Boden könnte eine 500-Kilogramm-Rolle unbrauchbar machen. Spezielle Papiergabelstapler beladen den Trailer. |
| Jetzt geht es zum Frachthafen in Hanko, im Süden Finnlands. Knapp 500 Kilometer liegen vor den Lkw, die mit. 28 Tonnen beladen sind. Dieses Gewicht ist in Finnland erlaubt, nicht aber in Deutschland. Hier gilt ein zulässiges Höchstgewicht von 25 Tonnen. Deshalb lädt Hangartner die Trailer auf Züge um. |
| Quelle: Bahn TV, August 2008 |
| Papierlogistik |
| Auf nach Rostock |
| In Hanko werden die Trailer bei der Fährgesellschaft Scandlines angemeldet, die den Weitertransport über die Ostsee nach Rostock übernimmt. |
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| Auf drei Decks werden die Trailer mit schweren Ketten gesichert. Der erste Offizier der "Aurora" überwacht die Verladung. Eine Spezialfirma ist für die Verladung zuständig. 40 Trailer bringen sie pro Stunde in die 125 Meter lange Aurora. |
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| Ein Lotsenboot folgt der Aurora auf ihrem Weg nach Rostock. Es holt den finnischen Lotsen auf der Brücke des deutschen Frachters ab. Dieser hilft dem deutschen Kapitän, sicher aus der Bucht zu finden. Knapp 17 Knoten, rund 34 Kilometer pro Stunde, fährt die Aurora. Zwei Schiffsdiesel mit 13.000 Lkw treiben den Frachter an. |
| Die Überfahrt von Hanko nach Rostock dauert knapp 32 Stunden. In Rostock befindet sich auch die Scandlines-Zentrale. Neun Fährverbindungen im Ostseeraum bietet das Unternehmen an. Im Frachtverkehr liegt das Wachstum bei zehn Prozent. Auch deshalb wurde im Oktober 2007 die Linie Hanko - Rostock eingerichtet. |
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| Der Frachter legt im Terminal für den kombinierten Verkehr an. Unmittelbar neben dem Kai verlaufen die Gleise. Die Trailer können so schnellstmöglich auf die bereitstehenden Züge verladen werden. Das Terminal mit einer Fläche von 70.000 Quadratmetern verfügt über mehrere Gleisgruppen und Spezialstapler, die bis zu 45 Tonnen heben können. |
| Wöchentlich werden im Hafen Rostock 21 Ganzzüge von und nach Verona, Basel und Duisburg abgefertigt. Regelmäßige Zugverbindungen gibt es auch von und nach Hamburg mit Anschluss nach Frankfurt am Main, Köln, München und weitere Städte. |
| Quelle: Bahn TV, August 2008 |
| Papierlogistik |
| Ab in den Süden |
| Ein Ganzzug kann Tag und Nacht durchfahren. Der Kohlendioxidausstoß pro Tonnenkilometer ist bis zu 60 Prozent geringer als im reinen Straßenverkehr. Ziel ist das 440.000 Quadratmeter große Hangartner Terminal Verona. Es liegt an einem strategischen Knotenpunkt in Europa: Zwischen Berlin und Neapel und zwischen Lissabon und Kiew. |
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| Viele Lebensmittelhersteller nutzen das 40.000 Quadratmeter große Lagerhaus. Es fungiert zugleich als Zolllager. Hangartner kann die Waren hier unverzollt aufbewahren oder in jeden vom Kunden gewünschten Zollstatus. |
| Eine Besonderheit in Verona ist das 7.000 Quadratmeter große Kühlhaus. Nach der Übernahme des Terminals durch Hangartner im Jahr 2004 wurde es komplett modernisiert. Heute ist die Anlage ein entscheidender Standortvorteil für den Spezialisten für intermodale Verkehre. Hangartner lagert 40 Prozent mehr Waren ein als zuvor. Hauptkunde ist ein Geflügelproduzent. |
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| Andere Geschäftspartner lagern hier Milchprodukte und Gemüse. Nach 24 Stunden Fahrtzeit trifft der Zug aus Rostock mit dem Papier aus Finnland trifft ein. Wöchentlich kommen in Verona zwölf solcher Ganzzüge aus Rostock, Hagen und Karlsruhe an. |
| Ein mobiler Kran setzt den Trailer auf die Zugmaschine, die das Papier in die nur wenige Kilometer entfernte Druckerei bringt. In der Nacht werden dort auf dem neuen Papier aus Finnland Zeitungen gedruckt. |
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| Das ungeschützte Papier ist sehr empfindlich. Deshalb übernehmen Roboter den weiteren Transport. Während der Produktion in der Nacht bestellen Mitarbeiter an den Druckmaschinen das Papier über einen Computer und der Roboter bringt die Rolle zur Druckmaschine. |
| Klimaanlagen halten die Luftfeuchtigkeit bei 61 Prozent und die Temperatur bei 21 Grad. Aus einer 500 Kilo-Rolle entstehen 10.000 Zeitungen, zum Beispiel die regionalen Blätter L'Arena und Il Giornale di Vicenza. |
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| Die hohe Druckgeschwindigkeit stellt besondere Anforderungen an die Maschinen. Das Papier nimmt bei diesem Tempo nur wenig Farbe auf und muss schnell trocknen können. Bereits fünf Stunden später verteilen Kuriere 200.000 frisch gedruckte Zeitungen in Verona und Italien. |
| Quelle: Bahn TV, August 2008 |












