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Die Ludwig-Süd-Nord-Bahn
Anlässlich des 150. Geburtstags der Ludwig-Süd-Nord-Bahn fand am 11. Oktober 2003 auf dem Gelände des DB Regio-Werks in Nürnberg-Gostenhofen ein Jubiläumsfest statt.

Die Ludwig-Süd-Nord-BahnDie Bayern begannen 1843 mit dem Bau der nach Ludwig dem I. benannten Ludwig-Süd-Nord-Bahn. Sie führt von Lindau am Bodensee über Kempten, Augsburg, Donauwörth, Nürnberg und Bamberg bis nach Hof an die bayrische Grenze. Dokumentiert hat den Bau der Strecke Karl Herrle. Seine Aquarelle zeigte das DB Museum Nürnberg anlässlich des Jubiläums.

Vor über 150 Jahren, am 12. Oktober 1853, wurde das letzte große Teilstück der Ludwig-Süd-Nord-Bahn eröffnet. Es verbindet noch heute Lindau am Bodensee mit Oberstaufen im Allgäu.
Der erste Streckenabschnitt war im 19. Jahrhundert eine bautechnische Herausforderung. 500 Meter Damm über den Bodensee stürzten immer wieder zusammen, bis 1854 - ein Jahr nach der offiziellen Eröffnung - das Bauwerk auf der Lindauer Insel endlich stand.
Der Sonderzug, den DB Nostalgiereisen nach Nürnberg schickt, ist der "Blaue Enzian“. Regulär ist er allerdings nie auf der Bayern-Magistrale gefahren. 

Über den Inseldamm ging es weiter Richtung Oberstaufen. Die Lokomotive hatte trotz ihrer 2.000 PS Mühe, die Steigung zu bewältigen. Gezogen wurde der Sonderzug von einer Dampflok der Baureihe 41.
Die Ludwig-Süd-Nord-Bahn ist 566 Kilometer lang. Vor 150 Jahren brauchten die Dampflokomotiven bei einer Höchstgeschwindigkeit von 60 Kilometern pro Stunde dafür mehr als einen Tag. Heute dauert die Fahrt nur fünfeinhalb Stunden.
Einer der schönsten Abschnitte führt am Alpsee bei Immenstadt vorbei. Auch hier hatten die Bauarbeiter große Schwierigkeiten, weil der Damm immer wieder im Schlamm versank.

Zwölf Jahre hat der Streckenbau gedauert. An manchen Stellen arbeiteten über 1.000 Menschen. Der Bahndamm bei Rentershofen galt im 19. Jahrhundert als Weltwunder.
Das Städtchen Buchloe mit seinen 11.000 Einwohnern ist heute auch ICE-Halt. In den vergangenen zwei Jahrhunderten spielte die Eisenbahn für den Ort im Allgäu eine große Rolle. So gab die Ludwig-Süd-Nord-Bahn für das ganze Königreich Bayern und den späteren Freistaat wichtige wirtschaftliche und gesellschaftliche Impulse.

Ein Schaffner

51,5 Millionen Gulden kostete die Bahn von Hof nach Lindau. Der Staat musste dafür Kredite in Höhe von 15 Millionen Gulden aufnehmen. Schließlich sollten neben den Gleisanlagen auch zwei Tunnel, 516 Brücken und zahlreiche Bahnhofsgebäude finanziert werden.

Zwischen Wirsberg und Marktschorgast muss der Zug eine Steilstrecke überwinden, die besser bekannt ist als "Schiefe Ebene“. Auf einer Länge von acht Kilometern von Neuenmarkt bis zur Bergstation Marktschorgast müssen die Züge fast 160 Meter Höhenunterschied überwinden. Damit war die "Schiefe Ebene“ damals die steilste von lokbespannten Zügen befahrene Rampe der Welt. Inzwischen ist die ehemals eingleisige Strecke ausgebaut.
Das Etappenziel ist nach drei Stunden Fahrt um kurz nach elf erreicht. Für die nächsten rund 140 Kilometer bis Nürnberg stiegen die Ehrengäste in einen ICE der dritten Generation mit Neigetechnik um. Mit einer Höchstgeschwindigkeit von 200 Kilometern pro Stunde legte sich der Zug in die Kurven. Nach 70 Minuten Fahrt konnten auch die Fahrgäste vom Bodensee und aus dem Allgäu mit den Nürnbergern im Regio-Werk feiern und dabei mehr über die Geschichte der ersten bayerischen Staatsbahn erfahren.
Quelle: Bahn TV, August 2006
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